ein rennen, das neue maßstäbe setzt, in ganz europa!

mittwoch 29.09.2010, 17 uhr potsdam/ rostock, die reise geht los…und alles fing mit einem harmlosen telefonat an, …“hallo tommi, hast du lust auf dem atlantik zu paddeln…?“ und nun ging es los, 1900 km oneway und jede menge lust auf das meer, wovon es wirklich reichlich geben sollte.

noch am montag schrieb sylvain in einer mail an alle teilnehmer, aufgrund der hohen wellen und zu viel wind könnte es sein, dass es kein down-wind sondern ein rundkurs werden kann. da stand das vorhaben noch einmal kurz auf der kippe. aber am dienstag nicht mehr, die wettervorhersage kündigte optimale bedingungen an und so konnten sachen gepackt, das boot geladen und letztendlich die reise beginnen. in hannover wechselten wir dann auf ein auto mit dem wir dann über belgien nach etwa 19 stunden fahrzeit den südwestlichsten zipfel frankreichs (guethary) erreichten. von müdigkeit keine spur machten wir uns gleich ans werk und entdeckten das neue gewässer mit großem staunen und angenehmen temperaturen ganz für uns.

 

nach einer kleinen stärkung und dem WELCOME beer im leib ging es dann auch sofort auf den atlantik…mit ziemlich großem respekt vor den doch üppigen wellen, tasteten wir uns nacheinander m für m vor und versuchten dann vergebens auf einer der wellen den SCORPI rutschen zu lassen. die wellen waren einfach zu groß, ja richtig, das geht auch!

anders als wir unwissenden waren zeitgleich im hafen von St. Jean de Luz, marton und benny dabei die in das offene hafenbecken strömenden wellen vom feinsten abzusurfen, bis zur letzten, die dann für beide „extremsportler“ einen unsanften abgang bescherten.

tags drauf waren wir, nach einer shopping tour entlang der europäischen surfer – küste überhaupt, dann gemeinsam in der bucht und fuhren mit jeder menge spaß, 25 grad und sonne diese knackigen wellen ab, bis uns der magen ein umdenken zum dinner signalisierte. die hafenstadt entdeckt, entschieden wir uns dennoch bei uns im örtchen im buffalo grill zu dinieren und sollten nicht nur angesichts der „günstigen“ bierpreise, sondern auch mangelnder qualität und gänzlich fehlender verständigung mit dem personal, diesen abend ganz schnell vergessen. später ertranken wir uns mit kleinen „patrönchen“  noch den frust, legten uns die taktik, um dann später in einen tiefen bärenschlaf zu fallen. :o)

 

02.10.2010 – 08.00 uhr (renntag)

aufgrund der wechselnden bedingungen begann die 1. XCEL CHALLENGE ganz im süden, knapp oberhalb der spanischen grenze in Hendaye mit einem 14 km teilstück. der start erfolgte im wind- und wellengeschützten hafen und  führte nach ca. 3 km auf den offenen atlantik.

 

1. etappe

TOMMI: „der start erfolgte auf dem wasser und da das rennen für max. 15 teams begrenzt war auch ohne großes gedränge. nach den ersten strammen schlägen konnte ich mich zusammen mit marton und einem zweier gleich nach vorne schieben. die strecke führte im uhrzeigersinn aus dem hafen heraus. da wir uns gleich an die spitze setzten merkten wir nicht, dass der kurs viel enger am ufer und zwischen den ankernden boote entlang führte. sylvain nutzte seine streckenkenntnis und fuhr zusammen mit einem surfski einen guten vorsprung heraus. nach kleinem umweg und etwas längerer „nachstartphase“ ging es bei ablandigem wind und großer dünung von schräg vorn mit sylvain an 1, mir an 2 und marton an 3 aus dem hafen heraus. nach ca. 3 km machten wir eine 90° rechtswende um ein motorboot in das ca. 10km lange downwindstück (etwa 750m vom ufer entfernt). bei der langläufigen großen dünung hatte ich ziemlich zu tun um überhaupt einige wellen abzusurfen und marton konnte kurz nach der wende an mir vorbeiziehen bzw. sylvain seinen vorsprung weiter ausbauen. nachdem ich mich nach ca. 1-2 km etwas auf die bedingungen eingestellt hatte und die eine oder andere welle gut gesurft bin, konnte ich den abstand zu sylvain sogar halten bzw. etwas verringern (so auf etwa 30-45sek). marton ging in führung und baute seinen vorsprung langsam aus, blieb aber immer in sicht. es war einfach geil, riesen dünung, 25° & sonne die beiden surfcraks immer vor mir im blick das grollen der auf die felsen schlagenden 2-3m wellen, einfach hammer. und da, plötzlich… taucht vor mir ein hai auf, den ich trotz ausweichmanöver mit meinem ausleger tuschierte… da ging mir der arsch auf grund. kaum vom schock erholt, springt einige meter vor mir irgendein riesiger fisch… der zweite schock…

>im ziel klärte mich marton auf... „das sind mondfische (http://de.wikipedia.org/wiki/mondfisch ), die sich sonnen. die sind harmlos…“ < 

naja, die aussage hat mich nur bedingt beruhigt. der aufkommende ablandige seitenwind auf den letzten ca. 2-3km bereitete mir beim surfen leider mehr probleme als den beiden routinierten. nach einer harten ersten etappe bin ich mit den abständen echt zufrieden, auch wenn sie sich auf den letzten 2-3 km fast verdoppelt haben. egal, immerhin sind beide schon beim molokai solo gefahren.“

2. etappe

LARRY: „nun war der solide grundstein gelegt und vor dem 2. abschnitt, einem kurzen 7,5er zum 2. ziel Guethary, wurde die 2. gruppe ausführlich über die bedingungen und die route informiert, sodass es unmittelbar nach der ankunft der letzten paddlerin auch sofort losging. zuvor überhörte ich die aufforderung, mich an der „imaginären“ startlinie nachteilig aufzustellen und erhielt damit eine verwarnung, die dann wohl zu einer 2min zeitstrafe wurde (vermuten wir). mit einem normalen start konnte ich mich sogleich an die fersen von dem französischen meister bertrand bechler machen und ließ ihn auch bis ins ziel bis auf eine bootslänge nicht mehr wirklich wegfahren und erledigte zufriedener maßen die 2. etappe. dabei war es wirklich ein sehr physisches stück, wobei das surfen kaum bis gar nicht stattgefunden hat, vielmehr die suche nach der idealen linie durch die sich links und rechts auftürmenden wellenberge.“

 

3. etappe

TOMMI: „kurz vorm start wurde die streckenführung erklärt und die war diesmal klarer als in Hendaye. es galt ca. 750m  gerade vom ufer weg rechts um ein motorboot herum und ab ins downwindstück die küste entlang, auf eine lange mole (hinter einer flussmündung) mit leuchtturm zu und zum zielstrand am ende der mole. wir sollten möglichst großen abstand zum ufer (DEM surfrevier europas überhaupt) und besonders zu den „Virgin Rocks“ bei kilometer 8 halten. es vielen immer wieder die worte „gefährlich, bleibt weg von den felsen und vor der kl. letzten mole, und zerstörte boote in der riesigen brandung“. auf was ich mich da wohl eingelassen habe…???

gut erholt und gestärkt durch kuchen, obst und getränke (in jedem etappenziel bereitgestellt vom veranstalter) ging es für mich nach ca. 2 h pause wieder aufs wasser. nach gutem start und führung bis zur wende kam marton im down langsam an mir vorbeigesurft.

die ersten ca. 8 km waren einfach nur sahne, das geilste was ich bis dahin erlebt habe, kilometer lang… nur surfen. es war wie es sein sollte, eine welle abgeritten, wartete schon die nächste. ich konnte den vorsprung zu sylvain und dem rest des feldes kontinuierlich ausbauen, nur marton fuhr mir stück für stück davon aber blieb in sichtweite. an den besagten „virgin rocks“ nach 8km angekommen… nur noch geschwabbel und für mich kaum definierbare wellenrichtungen, ich tat mich schwer eine welle zu finden. in dieser passage wuchs der abstand nach vorne schlag um schlag und als mein blick richtung felsen ging, traute ich meine augen kaum. es tauchten zwei zweier auf und häääää…? sylvain…?????? wie konnte er die ca. 300m so schnell wieder aufholen? soviel zum thema „bleibt weg von den felsen“, da gab es wohl eine bessere linie. nach kursänderung ins kielwasser der vorausfahrenden franzosen lief es auch wieder etwas besser auch wenn die dünung immer größer wurde. als die zweier und sylvain anfingen die sich brechenden 3m wellenrücken abzusurfen, entschied ich mich wieder weiter rauszufahren und konnte dort die 100m zu sylvain rasch zufahren. kurz vor der flussmündung, hinter der das ziel wartete, galt es noch eine kl. mole zu passieren an der sich wirklich gigantische wellen donnernd brachen. auch weiter draußen sah man die gischt einiger brechenden wellen. ziemlich beeindruckt von dieser kulisse >ok. ok. ich kann es unverblümt schiss nennen ;-) < lies ich es ruhig angehen und lies die franzosen ihre kamikazelinie, direkt an der mole entlang, weiterfahren und fuhr auf sicherheit. ich kam ohne kenterung durch und war im ziel echt happy, auch wenn ich auf dem letzten km fast 2 minuten verlor… EGAL … was für ein ritt.“

 

4. etappe

LARRY: „ …mit großen augen beobachteten ulli und ich die ankunft der paddler nahe diesem abgelegenen flussauslauf und staunten nicht schlecht, wie sich marton mit einem 5 min!!! vorsprung den etappensieg eindrucksvoll erpaddelte, aber unsere augen wurden noch größer, als die sich brechenden wellen links und rechts der mole sahen, gigantisch, unfassbar, mächtig!!!

auch an diesem teilstück gab es eine größere pause, da einige doch mächtig mit den äußeren umständen zu kämpfen hatten, sodass der start zur letzten etappe erst 1 ½ stunden nach ankunft vom ersten paddler verzögerte.

nachdem wir die einzelnen zeiten nun addierten hätte uns wohl nur ein ausfall vom benny zu einem sieg hier und heute verhelfen können, aber platz 2 war mit einem rückstand von geschätzten 3 min noch drin. die aufgabe war klar, nun die umsetzung…

der start wurde kurzer hand vom gleichen fleck und retoure nach guethary gemacht, weil der wind es sich anders überlegt hat und von norden blies. mit einem kraftvollen und diesmal wohl korrektem start konnte ich nach wenigen metern bereits eine kleine distanz zum übrigen feld aufbauen, nur der benny und bertrand konnten zu diesem zeitpunkt folgen…gerade raus etwa 1000m, dann scharf links um ein boot herum und 14 km ins ziel. es war das für mich beeindruckenste rennen, was ich erleben durfte. draußen auf dem ozean, etwa 1bis teilweise gefühlte 2 km weg von der küste, weiße schaumkämme in weitem bunde, wellen, die mich wie ein fahrstuhl hoch und runter hoben, im tal fahrend nur wasserwände und auf dem kamm wurde es mit dem aufkommenden wind zum DOWN dann wirklich interessant und man konnte richtig surfen! die ersten 7 km bekam ich mein breites grinsen nicht mehr aus dem gesicht und der garmin neue und rel. unbekannte zahlen ins display. WAHNSINNSGEIL!

mit einem sicheren und auch bis zum schluss größer werdenden abstand konnte ich diese etappe im ziel, als die meine siegreich mit ~ 1:13 h (14,9 km!!!) zufrieden und glücklich über das erlebte, beenden… zeitabstände sind in frankreich relativ, so durften wir uns dann auch später über einen DRITTEN PLATZ freuen J, den wir aber niemals und für nichts auf der welt um das erlebte und die erlangten eindrücke tauschen würden!!!

entsprechend unserem vorher ausgeworfenen ziel, den spaß am paddeln über das ergebnis zu stellen, traten wir sonntag früh super zufrieden die rückreise an. ein erlebnis und eindrucksvolles wochenende ging am montag früh 3 uhr zu ende und wir waren uns alle einig, MEER DAVON  :o) „

 

vielen dank ans XCEL – team für dieses tolle ding, marton, benny, sylvain und bertrand, ole und silvio sowie allen anwesenden teams (15) aus frankreich, italien, england, spanien usw. unseren glückwunsch für die ergebnisse und platzierungen.

 

tommi & larry